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Insgesamt war mein Leben vor dem Krieg gut: Ich hatte zwei Kinder, eine gute Karriere, eine Wohnung, die ich liebte. Dennoch kam der Kriegsrausch auch nach Kiew, ins Ort, den ich immer so sehr geliebt und in dem ich so viele Jahre verbracht habe.



Und vielleicht konnte ich mich und meine Kinder schnell organisieren, weil ich viel Berufserfahrung in der Organisation von Arbeitsabläufen hatte. Wir hatten einen Koffer (wie viele andere auch), ich hatte keinen ausländischen Pass, aber ich hatte eine Internetverbindung außerhalb der Ukraine. Es war klar, dass ich mit vielen Menschen in Kontakt bleiben musste. Alles ging sehr, sehr, sehr schnell.


Hatte ich einen klaren Plan? Nein. Könnte ich in der Ukraine bleiben und das Leben für mich und meine Kinder organisieren? Ich denke ich könnte. Mein Leben hat mich schon früher auf schwierige Wege geführt, und ich gehöre nicht zu den Menschen, die Angst vor schrecklichen Dingen haben. Ich könnte damit umgehen. Es ist sicher, dass ich eine Art Freiwilligenorganisation gründen könnte, um anderen Menschen zu helfen.


Hilfsorganisationen in Ukraine


Doch manchmal im Leben übersteht man Schmerzen und wird am Ende erfolgreich; Aber manchmal stimmt es auch, dass man erfolgreich sein kann, ohne all diese Schwierigkeiten durchhalten zu müssen. Ich wollte, dass meine Kinder diese zweite Option haben. Ich wollte, dass sie hier, in einer sicheren Umgebung im Ausland, so viele Ressourcen wie möglich erhalten.


Eines Tages werden sie vielleicht in der Lage sein, denjenigen Liebe zu bringen, die jetzt leider ohne sie überleben. Zumindest glaube ich das. Und während wir hier sind, sammeln wir diese Liebe und machen einfach weiter, denn die Ukraine bleibt in unseren Herzen.

Dann, schon vor knapp über anderthalb Jahren, habe ich intuitiv ein Bild mitgenommen, und es ist seit vielen Jahren in meinem Koffer unterwegs. Darauf steht ein Zitat aus der Bibel, der Heiligen Schrift: Klopfe an und es wird dir geöffnet, suche und du wirst finden, frage und du bekommst eine Antwort. Im Original es klingt natürlich schöner.


Aber die Hauptsache ist: Vertrauen – in sich selbst und in die Welt. Vertraue auf sich selbst, denn du kennst Ihre Stärken und hast keine Angst vor Verantwortung. Vertraue der Welt, denn sie besteht aus Menschen, unter denen es gute und sensible gibt. Solche, die ich auf dem Weg der Rettung aus dem Krieg kennengelernt habe.

Eingesprochen von: Inga Baiier

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